PKV Gesundheitsprüfung 2026: So gelingt die Risikovoranfrage
Die Gesundheitsprüfung ist die größte Hürde beim Wechsel in die private Krankenversicherung. Anders als in der GKV, wo jeder aufgenommen wird, prüfen private Versicherer Ihren Gesundheitszustand und kalkulieren das Risiko individuell. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie die Gesundheitsprüfung optimal vorbereiten und auch mit Vorerkrankungen gute Konditionen erhalten können.
Die wichtigste Strategie vorweg: Nutzen Sie immer eine anonyme Risikovoranfrage, bevor Sie einen offiziellen Antrag stellen. So erfahren Sie Ihre Konditionen bei verschiedenen Versicherern, ohne dass eine Ablehnung dokumentiert wird. Ein kostenloser PKV-Vergleich mit Risikovoranfrage ist der sicherste Weg in die private Krankenversicherung.
Risikovoranfrage
Anonym
Keine Nachteile bei Ablehnung
Risikozuschlag
10-50%
typische Bandbreite
Abfragezeitraum
5-10 Jahre
je nach Versicherer
Was genau wird bei der Gesundheitsprüfung gefragt?
Jede private Krankenversicherung stellt Gesundheitsfragen, die Sie wahrheitsgemäß und vollständig beantworten müssen. Die Fragen beziehen sich typischerweise auf die letzten 5-10 Jahre und umfassen:
Typische Gesundheitsfragen
- Ambulante Behandlungen: Arztbesuche der letzten 3-5 Jahre, Diagnosen, Therapien
- Stationäre Aufenthalte: Krankenhausaufenthalte, Operationen, Rehabilitationen
- Chronische Erkrankungen: Diabetes, Bluthochdruck, Asthma, Allergien usw.
- Psychische Erkrankungen: Depressionen, Angststörungen, Burnout, Therapien
- Medikamente: Dauermedikation, regelmäßige Einnahme von Präparaten
- Körperdaten: Größe, Gewicht, BMI, Raucherstatus
Achtung: Wahrheitspflicht!
Falsche oder unvollständige Angaben bei der Gesundheitsprüfung können gravierende Folgen haben: Die Versicherung kann den Vertrag anfechten (2 Jahre), vom Vertrag zurücktreten (10 Jahre bei Vorsatz) oder Leistungen verweigern. Seien Sie immer ehrlich – auch wenn es zu Risikozuschlägen führt. Eine nachträgliche Kündigung ist deutlich schlimmer.
Die Risikovoranfrage: Ihr Sicherheitsnetz
Die Risikovoranfrage ist das wichtigste Instrument, um sicher in die PKV zu wechseln. Sie funktioniert so:
Anonyme Anfrage
Ein Versicherungsmakler oder -berater stellt Ihre Gesundheitsdaten anonymisiert (ohne Name, Adresse) bei mehreren Versicherern vor. So erfahren Sie, welche Konditionen möglich sind.
Unverbindliches Votum
Die Versicherer geben ein Votum ab: Annahme zu Normalkonditionen, Annahme mit Risikozuschlag, Annahme mit Leistungsausschluss oder Ablehnung. Dieses Votum ist nicht bindend, aber meist zutreffend.
Keine Konsequenzen bei Ablehnung
Da die Anfrage anonym ist, wird eine Ablehnung nirgendwo dokumentiert. Sie können später bei anderen Versicherern einen regulären Antrag stellen, ohne dass die Ablehnung bekannt wird.
Bestes Angebot auswählen
Erst wenn Sie ein passendes Votum haben, stellen Sie den offiziellen Antrag. So gehen Sie auf Nummer sicher und vermeiden dokumentierte Ablehnungen.
Kritische Vorerkrankungen und deren Auswirkungen
Nicht alle Vorerkrankungen werden gleich bewertet. Manche führen zu moderaten Zuschlägen, andere können eine Ablehnung bedeuten. Hier ein Überblick:
Körperliche Erkrankungen
- Bluthochdruck: Meist Zuschlag 10-30%
- Diabetes Typ 2: Zuschlag 30-50% oder Ablehnung
- Rückenbeschwerden: Zuschlag oder Ausschluss
- Übergewicht (BMI >30): Zuschlag 10-30%
- Allergien/Asthma: Je nach Schwere unterschiedlich
- Krebs (geheilt): 5-10 Jahre Wartezeit üblich
Psychische Erkrankungen
- Depression (akut): Oft Ablehnung
- Depression (vor 5+ Jahren): Zuschlag möglich
- Burnout: Abhängig von Schwere und Dauer
- Angststörungen: Zuschlag bis Ablehnung
- Psychotherapie: Je nach Dauer und Grund
- ADHS: Unterschiedliche Bewertung
Gut zu wissen: Versicherer bewerten unterschiedlich
Jeder Versicherer hat eigene Risikorichtlinien. Was bei Versicherer A zur Ablehnung führt, kann bei Versicherer B mit einem moderaten Zuschlag angenommen werden. Genau deshalb ist die Risikovoranfrage bei mehreren Anbietern so wichtig.
Was tun bei Ablehnung oder hohem Risikozuschlag?
Wenn die Risikovoranfragen ungünstig ausfallen, haben Sie mehrere Optionen:
In der GKV bleiben
Die GKV nimmt jeden auf, unabhängig vom Gesundheitszustand. Bei schweren Vorerkrankungen ist sie oft die bessere Wahl.
Leistungsausschluss akzeptieren
Statt Risikozuschlag können Sie einen Leistungsausschluss für die betroffene Erkrankung vereinbaren. Der Beitrag bleibt dann niedriger.
Warten und erneut anfragen
Manche Vorerkrankungen werden nach gewisser Zeit milder bewertet. Nach 3-5 Jahren Beschwerdefreiheit kann eine neue Anfrage bessere Konditionen bringen.
Andere Versicherer anfragen
Es gibt über 30 private Krankenversicherer mit unterschiedlichen Risikorichtlinien. Ein spezialisierter Berater kennt die toleranteren Anbieter.
7 Tipps für eine erfolgreiche Gesundheitsprüfung
- Immer mit Risikovoranfrage starten: Niemals blind einen Antrag stellen – immer zuerst anonym anfragen.
- Alle Unterlagen sammeln: Besorgen Sie sich Ihre Patientenakte vom Hausarzt. So wissen Sie genau, was dokumentiert ist.
- Ehrlich und vollständig antworten: Verschweigen Sie nichts. Eine Nachprüfung deckt Lücken auf.
- Präzise formulieren: „Einmalige Beratung wegen Stress" ist besser als „psychische Behandlung".
- Befunde beifügen: Aktuelle ärztliche Stellungnahmen können helfen, Erkrankungen zu relativieren.
- Mehrere Versicherer anfragen: Mindestens 3-5 Anbieter über Risikovoranfrage prüfen.
- Professionelle Hilfe nutzen: Ein erfahrener Makler kennt die Eigenheiten der Versicherer und kann optimal beraten.
Fazit: Mit der richtigen Strategie in die PKV
Die Gesundheitsprüfung muss kein Hindernis sein. Mit der Risikovoranfrage haben Sie ein mächtiges Werkzeug, um Ihre Chancen auszuloten, ohne Risiken einzugehen. Auch mit Vorerkrankungen ist der Weg in die PKV oft möglich – Sie brauchen nur die richtige Strategie und den passenden Versicherer.