Geprüft von G. Weber (Prüfstandard)Diese Seite dient der Orientierung und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Für individuelle Fragen konsultieren Sie bitte eine qualifizierte Fachperson.
Zahlen Sie (unbemerkt) zu viel? Das lohnt sich bei hohem Einkommen.
Bei stabilen Einkommen ab ca. 60.000–70.000 € Gewinn kann ein PKV-Check interessant sein (typischer Fall, individuell verschieden):
Orientierung, keine Beratung. Wir zeigen mögliche Optionen – ob PKV sinnvoll ist, hängt von Ihrer Situation ab.
Schnellstart: Wo stehen Sie?
1. Für wen ist diese Seite?
Diese Seite richtet sich an alle, die als Selbständige ihre Absicherung planen oder optimieren möchten:
2. Schnell-Check: Pflicht, sehr wichtig oder optional?
| Versicherung | Pflicht? | Wann relevant | Typischer Fehler | Details / Vergleich |
|---|---|---|---|---|
| Krankenversicherung | Ja (§ 193 VVG) | Ab Gewerbeanmeldung | GKV/PKV ohne Beratung gewählt | → Details→ Vergleich starten |
| Berufsunfähigkeit | Nein, aber existenziell | Sofort nach Gründung | Zu niedrige Rente (<70 %) | → Details |
| Betriebshaftpflicht | Branchenabhängig | Vor erstem Kundenauftrag | "Passiert mir nicht" | → Details |
| Berufshaftpflicht (Vermögen) | Branchenabhängig | Bei Beratung, IT, Planung | Nur Sachschäden versichert | → Details |
| Altersvorsorge | Freiwillig, aber kritisch | Sobald Gewinne stabil | "Mache ich später" | → Details |
| Kfz-Haftpflicht | Ja, bei Kfz | Bei Firmenfahrzeug | Privat-/Firmennutzung unklar | → Details |
Quellen dieser Sektion: GewO, BaFin Verbraucherinfo, § 193 VVG
3. Die 5 Risikotreiber für Selbständige
Diese fünf Risikokategorien bestimmen, welche Versicherungen für Sie Priorität haben:
Gesundheit & Versorgung
Krankenversicherung (GKV/PKV) als Pflichtbasis
Arbeitskraft & Einkommen
BU, Krankentagegeld bei Ausfall
Haftung (Sach/Person)
Betriebshaftpflicht bei Kundenschäden
Reine Vermögensschäden
Berufshaftpflicht für Beratung/IT
Sachwerte & Unterbrechung
Inventar, Elektronik, Cyber, Ausfall
Quellen dieser Sektion: BaFin Verbraucherinfo, IHK Gründungsinfo
4. Das Versicherungs-System: Erst existenziell, dann optimieren
Stufe 1: Pflicht & existenziell
- Krankenversicherung
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Betriebshaftpflicht (je nach Branche)
Stufe 2: Wichtig
- Krankentagegeld
- Berufshaftpflicht / Vermögensschaden
- Altersvorsorge (Rürup, ETF, etc.)
Stufe 3: Optional / situativ
- Rechtsschutz
- Cyberversicherung
- Elektronik- / Inventarversicherung
Tool: Prioritäten-Check (5 Fragen)
Beantworten Sie kurz, welche Risiken auf Sie zutreffen – und erhalten Sie eine grobe Priorisierung.
Quellen dieser Sektion: BaFin Verbraucherinfo
Modul A: Krankenversicherung (GKV vs. PKV)
Die Krankenversicherung ist die einzige echte Pflichtversicherung für Selbständige (§ 193 VVG). Die Entscheidung zwischen GKV und PKV hat langfristige Auswirkungen:
- GKV: Einkommensabhängige Beiträge (2026: max. ca. 1.050 €/Monat inkl. Pflege, Richtwert, je nach Zusatzbeitrag gemäß BMG), Familienversicherung möglich, Rückkehr aus PKV erschwert ab 55 Jahren (§ 6 SGB V)
- PKV: Risiko- und altersabhängige Beiträge, oft bessere Leistungen, Beitragssteigerungen im Alter, keine Familienversicherung
Typische Unterversicherung bei KV
- • Kein/zu niedriges Krankentagegeld → Einkommenslücke bei längerer Krankheit
- • PKV ohne Beitragsrückstellungen → hohe Beiträge im Alter
- • GKV-Rückkehr nicht geplant → Optionen ab 55 stark eingeschränkt
Praxisfall (hypothetisch): Cashflow-Engpass bei PKV
Kontext: Ein IT-Freelancer (38) hat in einer Umsatzflaute Schwierigkeiten, den PKV-Beitrag (680 €/Monat, Beispielwert) zu zahlen, während die Familie wächst.
Risiko: Beitragsschulden führen zum Notlagentarif – eingeschränkte Leistungen, Schulden bleiben.
Welche Police greift: PKV-Tarife bieten teils Beitragsermäßigung in Elternzeit; GKV hätte Familienversicherung ermöglicht.
Was vorher prüfen:
- Bietet Ihr PKV-Tarif Beitragsentlastung bei Elternzeit/Einkommenseinbruch?
- Wäre bei Familienplanung die GKV langfristig stabiler?
Dokumente & Fragen: KV-Entscheidung
- Einkommensstabilität: Wie schwankt Ihr Gewinn jährlich?
- Familiensituation: Partner berufstätig? Kinderwunsch?
- Finanzreserven: 6 Monate Fixkosten als Puffer vorhanden?
- Ausstiegsoptionen: Verstehen Sie die GKV-Rückkehrregeln (§ 6 SGB V)?
- Gesundheitszustand: Vorerkrankungen dokumentiert?
Zahlen Sie mehr als nötig?
Wenn Sie über 600 €/Monat für die GKV zahlen oder Ihr Gewinn stark steigt: einmal prüfen, was möglich ist.
Quellen dieser Sektion: BMG, GKV-Spitzenverband, § 6 SGB V, § 193 VVG
Modul B: Einkommensschutz (BU + Krankentagegeld)
Als Selbständiger haben Sie keine Lohnfortzahlung und meist keinen Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)ist daher nach der Krankenversicherung die wichtigste Absicherung.
Typische Unterversicherung bei BU
- • Zu niedrige BU-Rente (weniger als 70 % des Nettos)
- • Laufzeit endet vor 67 → Lücke bis Rente
- • Abstrakte Verweisung im Vertrag → Versicherer kann auf anderen Job verweisen
Praxisfall (hypothetisch): Krankheit ohne Krankentagegeld
Kontext: Eine Grafikdesignerin (42) erkrankt an Long Covid und kann 8 Wochen nicht arbeiten. Sie hat BU, aber kein Krankentagegeld.
Risiko: Die BU zahlt erst bei dauerhafter Berufsunfähigkeit (6-Monats-Prognose). In den ersten Monaten fehlt jegliches Einkommen.
Welche Police greift: Krankentagegeld ab Tag 43 hätte die Lücke geschlossen.
Was vorher prüfen:
- Ab welchem Tag zahlt Ihr Krankentagegeld? (Karenzzeit beachten)
- Reicht die BU allein für kurz- und langfristige Ausfälle?
Checkliste: Was Sie bei der BU fragen sollten
- Absicherungshöhe mindestens 70 % des Nettoeinkommens (Richtwert)?
- Laufzeit bis 67 Jahre?
- Verzicht auf abstrakte Verweisung?
- Nachversicherungsgarantie (Anpassung ohne Gesundheitsprüfung)?
- 6-Monats-Prognose (nicht nur dauerhafte BU)?
Tool: Fixkosten-Check (BU-Richtwert)
Tragen Sie Ihre monatlichen Fixkosten ein und erhalten Sie einen Orientierungswert für Ihre BU-Rente.
Quellen dieser Sektion: BaFin Verbraucherinfo
Modul C: Haftpflicht (Betriebs- vs. Berufs- vs. Vermögensschaden)
Als Selbständiger haften Sie unbegrenzt mit Ihrem Privatvermögen. Die richtige Haftpflichtversicherung schützt vor existenzbedrohenden Schadensersatzforderungen.
Typische Unterversicherung bei Haftpflicht
- • Nur Sachschäden versichert, aber reine Vermögensschäden nicht → IT-Beratungsfehler nicht gedeckt
- • Zu niedrige Deckungssumme → bei größeren Schäden Selbstbeteiligung
- • Subunternehmer/Freelancer nicht mitversichert
Praxisfall (hypothetisch): IT-Beratungsfehler
Kontext: Ein IT-Berater empfiehlt eine Softwarelösung, die sich als ungeeignet herausstellt. Der Kunde verliert 3 Monate Entwicklungszeit.
Risiko: Der Kunde fordert 80.000 € Schadensersatz für entgangene Einnahmen und Mehraufwand (Beispielwert) – ein reiner Vermögensschaden.
Welche Police greift: Vermögensschadenhaftpflicht (nicht Betriebshaftpflicht, die nur Sach-/Personenschäden deckt).
Was vorher prüfen:
- Enthält Ihre Police explizit "reine Vermögensschäden"?
- Wie hoch ist die Deckungssumme pro Schadensfall?
Dokumente & Fragen: Haftpflicht-Absicherung
- Tätigkeitsliste: Welche Leistungen erbringen Sie genau?
- Deckung für reine Vermögensschäden vorhanden?
- Rückwärtsversicherung (für Altfälle vor Vertragsschluss)?
- Subunternehmer mitversichert?
- Deckung bei Events oder Messen?
Tool: Haftungs-Check – Welche Police brauchen Sie?
Quellen dieser Sektion: BaFin Verbraucherinfo, GewO (§ 34d für Makler)
Modul D: Sachwerte & Betrieb (Inventar, Elektronik, Cyber)
Für Unternehmen mit physischem Inventar, teurer Hardware oder digitalem Geschäftsmodell können Sachversicherungen und Cyberversicherungen existenziell wichtig sein.
Typische Unterversicherung bei Sachwerten
- • Hardware nicht als Neu-/Wiederbeschaffungswert versichert
- • Betriebsunterbrechung nicht abgedeckt → Umsatzverlust bei Ausfall
- • Cyberrisiken (Ransomware, Datenverlust) unterschätzt
Inventar- / Geschäftsinhaltsversicherung
Elektronikversicherung
Cyberversicherung
Betriebsunterbrechung
Quellen dieser Sektion: BaFin Verbraucherinfo
Modul E: Rechtsschutz
Selbständige geraten häufiger in Rechtsstreitigkeiten als Angestellte: Vertragsstreitigkeiten, Abmahnungen (z. B. DSGVO, Impressum), Forderungsausfälle, Arbeitsrechtskonflikte mit Subunternehmern.
Typische Lücken bei Rechtsschutz
- • Nur Privatrechtsschutz, kein gewerblicher Vertragsrechtsschutz
- • Abmahnungen/Wettbewerbsrecht nicht gedeckt
- • Hohe Wartezeit (typisch 3 Monate) nicht beachtet
Praxisfall (hypothetisch): Abmahnung wegen Impressumsfehler
Kontext: Ein Online-Händler erhält eine Abmahnung wegen fehlender Telefonnummer im Impressum. Streitwert: 5.000 € (Beispielwert).
Risiko: Anwaltskosten, Unterlassungserklärung, ggf. Vertragsstrafe bei Wiederholung.
Welche Police greift: Gewerblicher Rechtsschutz mit Abmahnungs-Baustein.
Was vorher prüfen:
- Enthält der Tarif explizit "Abmahnungen/Wettbewerbsrecht"?
- Gibt es eine Wartezeit (typisch: 3 Monate)?
Dokumente & Fragen: Rechtsschutz
- Vertragsrecht-Modul für Gewerbetreibende enthalten?
- Wartezeit: Wie lange nach Vertragsschluss?
- Selbstbeteiligung: Höhe pro Fall?
- Deckung für Abmahnungen und Bußgelder?
- Arbeitsrecht (bei Subunternehmern) mitversichert?
Quellen dieser Sektion: BaFin Verbraucherinfo
Berufsgruppen-Router: Versicherungen nach Branche
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Quellen: BaFin Verbraucherinfo
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- Kostenspannen (z. B. "400–900 €/Monat für KV") basieren auf typischen Marktangeboten und offiziellen Beitragssätzen
- Sie hängen von Alter, Gesundheit, Tarif und Selbstbeteiligung ab – es sind keine Garantien
- Für verbindliche Angebote ist immer eine individuelle Anfrage erforderlich
Aktualisierungsrhythmus
- Zuletzt geprüft: 31.01.2026
- Wir prüfen mindestens jährlich sowie bei Gesetzesänderungen oder neuen Beitragsgrenzen
- Änderungen an Schwellenwerten (z. B. JAEG, Höchstbeitrag) werden zeitnah übernommen
Neutralität & Unabhängigkeit
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- • BU & Krankentagegeld
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