Krankenversicherung für Kleingewerbe – Der komplette Guide 2026
Als Kleingewerbetreibender müssen Sie sich selbst um Ihre Krankenversicherung kümmern. Hier erfahren Sie alles über Ihre Optionen, Kosten und worauf Sie achten müssen.
Kleingewerbe
Unter 22.000€ Umsatz (Kleinunternehmerregelung)
GKV-Mindestbeitrag
ca. 200€
monatlich
Wahlfreiheit
GKV oder PKV – Sie entscheiden
Wichtiger Hinweis
Die Kleinunternehmerregelung (§19 UStG) betrifft nur die Umsatzsteuer. Für die Krankenversicherung gelten Sie als normaler Selbständiger mit entsprechenden Versicherungspflichten.
Krankenversicherungspflicht für Kleingewerbetreibende
In Deutschland besteht eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Als Kleingewerbetreibender haben Sie die Wahl zwischen:
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
- Freiwillige Versicherung möglich
- Beiträge einkommensabhängig
- Familienversicherung für Angehörige
- Keine Gesundheitsprüfung
Private Krankenversicherung (PKV)
- Einkommensunabhängige Beiträge
- Oft bessere Leistungen
- Günstig bei jungem Eintrittsalter
- Individuelle Tarifgestaltung
Kosten der Krankenversicherung für Kleingewerbe
GKV-Beiträge für Kleingewerbetreibende
In der gesetzlichen Krankenversicherung gilt für Selbständige eine Mindestbemessungsgrundlage. Das bedeutet: Selbst wenn Sie wenig verdienen, zahlen Sie einen Mindestbeitrag.
| Gewinn/Monat | GKV-Beitrag (ca.) | Inkl. Pflege |
|---|---|---|
| Unter 1.131€ | Mindestbeitrag | ca. 220€ |
| 1.500€ | ca. 250€ | ca. 300€ |
| 2.500€ | ca. 410€ | ca. 490€ |
| 4.000€ | ca. 660€ | ca. 790€ |
PKV-Beiträge für Kleingewerbetreibende
In der privaten Krankenversicherung richten sich die Beiträge nicht nach dem Einkommen, sondern nach Alter, Gesundheit und Tarifwahl. Bei geringem Einkommen kann die PKV günstiger sein als die GKV.
Welche Versicherung ist besser für Kleingewerbe?
GKV empfehlenswert bei:
- • Schwankendem Einkommen
- • Familie mit Kindern
- • Vorerkrankungen
- • Wunsch nach Rückkehr in Anstellung
- • Höherem Eintrittsalter (über 45)
PKV empfehlenswert bei:
- • Jungem Alter (unter 35)
- • Guter Gesundheit
- • Ohne Kinder oder Kinderwunsch
- • Wunsch nach besseren Leistungen
- • Langfristige Selbständigkeit geplant
Tipps für Kleingewerbetreibende
- Einkommensnachweis führen: Dokumentieren Sie Ihren Gewinn für die Krankenkasse
- Beitragsanpassung beantragen: Bei sinkendem Einkommen können Sie eine Neueinstufung beantragen
- Krankentagegeld prüfen: Sichern Sie sich für längere Krankheitsphasen ab
- Versicherungen vergleichen: Holen Sie Angebote von GKV und PKV ein
- Gründerzuschuss nutzen: Bei Gründung aus Arbeitslosigkeit gibt es Sonderregelungen
Krankenkasse bei Kleingewerbe anmelden
Nach der Gewerbeanmeldung müssen Sie sich bei einer Krankenkasse anmelden. So gehen Sie vor:
- Wählen Sie eine gesetzliche Krankenkasse oder einen PKV-Anbieter
- Stellen Sie einen Antrag auf freiwillige Versicherung (GKV) oder Neuaufnahme (PKV)
- Reichen Sie Gewerbeanmeldung und Gewinnprognose ein
- Nach Einkommenssteuerbescheid: Endgültige Beitragsfestsetzung