Beitragsbemessungsgrenze 2026 (GKV) für Selbständige: Erklärung, Rechenbeispiele – und wann PKV günstiger sein kann
In 7 Minuten verstehen Sie, was die Beitragsbemessungsgrenze 2026 für Selbständige bedeutet, warum viele im GKV-Höchstbeitrag landen – und wann ein PKV-Vergleich sinnvoll sein kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Beitragsbemessungsgrenze 2026: 5.512,50 €/Monat (66.150 €/Jahr) – Einkommen darüber erhöht den GKV-Beitrag nicht mehr
- Höchstbeitrag 2026: ca. 1.015–1.050 €/Monat (Richtwert inkl. Pflege, kassenabhängig)
- Mechanismus: Wer über der BBG verdient, zahlt den Höchstbeitrag – nicht mehr, aber auch nicht weniger
- Häufige Falle: Späte Steuerbescheide und falsche Schätzungen führen zu Nachzahlungen
- PKV-Prüfung sinnvoll: Bei stabilem hohem Einkommen + guter Gesundheit + Single/wenig Familie
- Neutral bleiben: PKV ist nicht automatisch günstiger – individueller Vergleich notwendig
Dauer ~2 Min · kostenlos · unverbindlich · Abschluss nicht erforderlich
Was ist die Beitragsbemessungsgrenze (einfach erklärt)?
Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) ist die Einkommensobergrenze, bis zu der Krankenversicherungsbeiträge berechnet werden. Für Selbständige in der GKV bedeutet das: Verdienen Sie mehr als die BBG, zahlen Sie trotzdem nur den Beitrag auf diesen Grenzbetrag.
Merksatz: Wer über der Beitragsbemessungsgrenze verdient, zahlt nicht "mehr Leistung", sondern nur den Maximum-Beitrag. Das Einkommen darüber ist beitragsfrei – aber Sie bekommen dafür auch keine bessere Versorgung.
Unterschied: Beitragsbemessungsgrenze vs. Versicherungspflichtgrenze
- BBG:Deckelt die Beitragshöhe – gilt für alle GKV-Versicherten (auch freiwillig Versicherte)
- JAEG:Versicherungspflichtgrenze – bestimmt, ab wann Angestellte versicherungsfrei werden
- Für Selbständige:Nur die BBG ist relevant, da Sie ohnehin versicherungsfrei sind
- 2026:BBG = 66.150 €/Jahr, JAEG = 73.800 €/Jahr (unterschiedliche Grenzen!)
Beitragsbemessungsgrenze 2026: aktuelle Werte (GKV)
| Größe | Wert 2026 | Quelle |
|---|---|---|
| Beitragsbemessungsgrenze (BBG) monatlich | 5.512,50 € | SV-Rechengrößen |
| Beitragsbemessungsgrenze (BBG) jährlich | 66.150 € | SV-Rechengrößen |
| GKV-Höchstbeitrag (Richtwert inkl. Pflege) | ca. 1.015–1.050 € | GKV-Spitzenverband |
| GKV-Mindestbeitrag (Richtwert) | ca. 240–280 € | GKV-Spitzenverband |
| Versicherungspflichtgrenze (JAEG) jährlich | 73.800 € | BMG |
| Allgemeiner Beitragssatz (ohne Zusatzbeitrag) | 14,6 % | BMG |
| Durchschn. Zusatzbeitrag 2026 | ca. 2,5 % | GKV-Spitzenverband |
Hinweis: Alle Werte sind Richtwerte/Orientierung. Der tatsächliche Beitrag hängt vom kassenindividuellen Zusatzbeitrag und ggf. Wahltarifen ab. Stand: Februar 2026.
Warum viele Selbständige im Höchstbeitrag landen
Die häufigsten Mechanismen, die dazu führen, dass Selbständige den GKV-Höchstbeitrag zahlen:
1. Stabil hoher Gewinn
Wer konstant über 66.150 € jährlich verdient, landet automatisch im Höchstbeitrag.
2. Hohe Schätzung in der Startphase
Optimistische Gewinnprognosen führen zu hohen Vorauszahlungen – auch wenn die Realität anders aussieht.
3. Später Steuerbescheid
Bis der Bescheid kommt, arbeitet die Kasse mit dem letzten bekannten Wert – oft dem Höchstbeitrag.
4. Einkommensschwankungen
Ein sehr gutes Jahr kann die Beitragsbasis für Folgejahre nach oben treiben.
5. Privatentnahmen ≠ Gewinn
Manche verwechseln Privatentnahmen mit Gewinn – die Kasse rechnet mit dem steuerlichen Gewinn.
6. Statuswechsel nicht gemeldet
Wechsel von Neben- zu Hauptselbständigkeit führt zu Neuberechnung auf Basis des Gesamteinkommens.
Häufiger Schmerzpunkt: Viele merken erst beim Beitragsbescheid oder der Nachzahlung, dass sie im Höchstbeitrag gelandet sind. Dann ist rückwirkende Korrektur meist nicht möglich.
Rechenbeispiele: Ab wann wird der Beitrag gedeckelt?
Die folgenden Beispiele zeigen illustrativ, wie die Beitragsbemessungsgrenze wirkt. Alle Angaben sind vereinfachte Richtwerte – der tatsächliche Beitrag hängt von Kasse und Zusatzbeitrag ab.
Beispiel 1: IT-Freelancer, Single, 32 Jahre
Jahresgewinn
95.000 €
Monatlicher GKV-Beitrag (Richtwert)
ca. 1.030 €
Erklärung: Gewinn liegt deutlich über der BBG (66.150 €). Er zahlt den Höchstbeitrag – das "überschüssige" Einkommen von ~29.000 € ist beitragsfrei, bringt aber keine bessere GKV-Leistung.
Was prüfen:
- Stabiles Einkommen für mind. 2 Jahre?
- Guter Gesundheitszustand?
- Kein Kinderwunsch / Familie in naher Zukunft?
Beispiel 2: Beraterin, 45 Jahre, Partner + 2 Kinder
Jahresgewinn
72.000 €
Monatlicher GKV-Beitrag (Richtwert)
ca. 1.030 €
Erklärung: Gewinn über BBG, daher Höchstbeitrag. Aber: Partner und 2 Kinder sind beitragsfrei mitversichert (Familienversicherung). In der PKV würde jedes Familienmitglied eigenen Beitrag zahlen.
Was prüfen:
- Familienvorteil der GKV berechnen (4 Personen vs. 1 Beitrag)
- Verdient Partner später selbst? Dann Neuberechnung
- Kinder: Familienversicherung bis wann?
Beispiel 3: GmbH-Geschäftsführer, 38 Jahre, 60% Beteiligung
Gehalt + Gewinnausschüttung
120.000 €
Monatlicher GKV-Beitrag (Richtwert)
ca. 1.030 €
Erklärung: Bei ≥50% Beteiligung gilt der GF oft als selbständig (Statusfeststellung beachten). Liegt weit über BBG, zahlt Höchstbeitrag. PKV-Prüfung kann sinnvoll sein.
Was prüfen:
- DRV-Statusfeststellung erfolgt?
- Langfristige GmbH-Planung (Exit, Anstellung?)
- Gesundheitsstatus und Alter berücksichtigen
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Nachzahlung & Steuerbescheid: warum die Kasse später korrigiert
Viele Selbständige erleben Nachzahlungen, wenn der Steuerbescheid zeigt, dass der tatsächliche Gewinn höher war als die vorherige Schätzung. So funktioniert der Mechanismus:
Beitrag basiert auf Schätzung oder Vorjahreswert
Die Kasse verwendet Ihren letzten bekannten Gewinn oder Ihre Prognose.
Steuerbescheid zeigt tatsächlichen Gewinn
Nach Abgabe der Steuererklärung steht der reale Gewinn fest.
Kasse berechnet rückwirkend neu
War der Gewinn höher: Nachzahlung. War er niedriger: Erstattung.
Tipp: Reichen Sie Ihren Steuerbescheid zeitnah bei der Kasse ein und schätzen Sie Ihren Gewinn realistisch. So vermeiden Sie böse Überraschungen. Bei deutlich gesunkenem Einkommen: Antrag auf unterjährige Anpassung stellen.
Wann PKV finanziell interessant werden kann (ohne Verkaufsdruck)
PKV ist nicht automatisch günstiger als GKV – aber unter bestimmten Bedingungen kann sie eine sinnvolle Alternative sein. Typische Konstellationen:
PKV-Prüfung kann sinnvoll sein
- • Stabil hoher Gewinn (über BBG) seit 2+ Jahren
- • Single oder Partner berufstätig
- • Guter Gesundheitszustand
- • Unter 50 Jahre
- • Langfristig selbständig geplant
- • Wunsch nach besseren Leistungen
GKV oft die bessere Wahl
- • Familie mit mehreren Kindern (Familienversicherung)
- • Relevante Vorerkrankungen
- • Unstabiles / schwankendes Einkommen
- • Nahe 55 Jahre (Rückkehr-Einschränkung)
- • Geringe Liquiditätsreserven
- • Rückkehr in Anstellung geplant
Fazit: Ein Vergleich lohnt sich typischerweise, wenn Sie konsistent am Höchstbeitrag liegen, gesund sind, stabile Einnahmen haben und langfristig selbständig bleiben wollen. In allen anderen Fällen ist die GKV oft die sichere Wahl.
Weiterführende Informationen:
Top 10: Signale, dass Sie die Beitragsbemessungsgrenze (und PKV-Optionen) prüfen sollten
Die folgenden 10 Punkte zeigen typische Indikatoren dafür, dass ein PKV-Vergleich für Sie sinnvoll sein könnte. Je mehr Punkte zutreffen, desto eher lohnt sich eine genauere Prüfung.
Mini-Fazit:
Wenn Sie 3+ Punkte aus dieser Liste abhaken können, lohnt sich ein unverbindlicher Vergleich in der Regel. Trifft nur 1–2 zu, ist die GKV oft weiterhin sinnvoll.
Unverbindlich Optionen prüfenHowTo: In 15 Minuten prüfen, ob Ihr GKV-Beitrag korrekt ist – und welche Alternativen es gibt
Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung können Sie selbst prüfen, ob Sie im Höchstbeitrag liegen und ob ein PKV-Vergleich für Sie in Frage kommt.
Steuerbescheid & Gewinnermittlung bereitlegen
Suchen Sie Ihren letzten Einkommensteuerbescheid und die aktuelle Gewinnermittlung (EÜR oder Bilanz). Diese Dokumente zeigen Ihr beitragspflichtiges Einkommen. Zeitbedarf: 2 Minuten.
Aktuellen GKV-Beitragsbescheid prüfen
Finden Sie Ihren letzten Beitragsbescheid der Krankenkasse. Prüfen Sie, welches Einkommen als Bemessungsgrundlage verwendet wurde. Zeitbedarf: 2 Minuten.
Bemessungsgrundlage mit BBG vergleichen
Vergleichen Sie Ihr beitragspflichtiges Einkommen mit der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze (2026: 5.512,50 € / Monat). Liegt Ihr Einkommen darüber, zahlen Sie den Höchstbeitrag. Zeitbedarf: 1 Minute.
Zusatzbeitrag Ihrer Kasse ermitteln
Prüfen Sie den kassenindividuellen Zusatzbeitrag. Dieser variiert zwischen Kassen und beeinflusst Ihren Gesamtbeitrag. Ein Kassenwechsel kann hier sparen. Zeitbedarf: 2 Minuten.
Familienstatus & Mitversicherte erfassen
Notieren Sie, wer über Sie familienversichert ist (Ehepartner, Kinder). Dies ist wichtig für den GKV/PKV-Vergleich. Zeitbedarf: 1 Minute.
Gesundheitsstatus grob einschätzen
Überlegen Sie, ob relevante Vorerkrankungen vorliegen. Bei Unsicherheit: Eine anonyme Risikovoranfrage kann Klarheit schaffen. Zeitbedarf: 2 Minuten.
Liquiditätsreserve prüfen
Haben Sie mindestens 6 Monate Rücklagen? Dies ist wichtig für stabile PKV-Beiträge auch in schwächeren Monaten. Zeitbedarf: 1 Minute.
PKV-Vergleich starten (optional)
Wenn Sie die Kriterien erfüllen: Starten Sie einen unverbindlichen Vergleich, um konkrete Tarife und Beiträge zu sehen. Dauer: ca. 2 Minuten, kostenlos, ohne Abschlusszwang.
So funktioniert der Vergleich (30 Sekunden)
1. Formular ausfüllen
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Kein Abschluss nötig
Kostenlos · Unverbindlich · Datenschutz
Häufig gestellte Fragen zur Beitragsbemessungsgrenze
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- Hinweis auf Gesundheitsprüfung / Risikovoranfrage-Option
- Keine Abschluss-Pflicht – reine Orientierung
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Quellen, Redaktion & Methodik
Primärquellen
- Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ↗
- GKV-Spitzenverband ↗
- BMAS – Sozialversicherungs-Rechengrößen ↗
- BaFin – Verbraucherinformationen ↗
- § 6 SGB V – Versicherungsfreiheit
- § 193 VVG – Versicherungspflicht
Redaktion
Autor: Steffan Grund
Fachliche Prüfung:
G. Weber (Versicherungsfachwirt IHK)
Letzte Aktualisierung: Februar 2026
Methodik
Alle Zahlenangaben basieren auf offiziellen Veröffentlichungen (BMG, GKV-Spitzenverband, Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung) und werden als Richtwerte gekennzeichnet. Kassenindividuelle Abweichungen (Zusatzbeitrag, Wahltarife) können den tatsächlichen Beitrag verändern. Diese Seite bietet Orientierung, keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Bei individuellen Fragen wenden Sie sich an Fachleute.
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